— Bauernschaft
Über Raestrup
Raestrup ist ein beschaulicher Ortsteil der Stadt Telgte im Münsterland, inmitten einer wunderschönen Landschaft gelegen. Mit seiner engen Gemeinschaft, dem landwirtschaftlichen Charakter und der langen Geschichte bildet Raestrup genau den Kontext, aus dem heraus der Gedanke des Raestruper Gemeindehaus e.V. entstand.
Die Ortschaft liegt östlich von Telgte und gehört zur Gemeinde Telgte im Kreis Warendorf, Nordrhein-Westfalen. Das Dorf ist geprägt von alten Bauernhöfen, Feldern und einem starken Gemeinschaftssinn der Bewohner.
Die Geschichte Raestrups
Hier findest Du interessante Auszüge aus der Geschichte der Bauerschaft Raestrup – von den ersten urkundlichen Erwähnungen im Mittelalter bis in die heutige Zeit.
Kloster Freckenhorst & erste Erwähnung
805 – 11. Jh.
Mit der Gründung des Bistums Münster im Jahr 805 gewann das Kloster Freckenhorst großen Einfluss auf die Region. Bereits im 11. Jahrhundert ist im Heberegister des Klosters der Hof "Radestorpe" (heute Hof Tyrell, früher Schulze Raestrup) belegt.
Hof Lohfeld (Hof Wiggering) erstmals erwähnt
14. Jh.
Das heutige Haus Lohfeld (ehemals Hof Wiggering) wird erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt. Er gehörte ursprünglich zur Bauerschaft Lakestyn, die im 16. Jahrhundert aufgelöst und Raestrup sowie Müssingen zugeteilt wurde.
Dreißigjähriger Krieg: Plünderungen in Raestrup
1618 – 1648
Während des Dreißigjährigen Krieges erlitten die Höfe in Raestrup schwere Verluste. Plündernde Truppen raubten dem Gut Raestrup 47 Pferde und schlachteten oft fünf bis sechs Kühe auf einmal.
Eröffnung der Bahnlinie Münster–Warendorf
8. Februar 1887
Am 8. Februar 1887 wurde die Bahnlinie Münster–Warendorf eröffnet. Mit dem Bahnhof Raestrup-Everswinkel entstand am östlichen Rand der Bauerschaft eine kleine Bahnhofssiedlung. Die Grundstücksverkäufe aus dem Besitz Lohfeld ermöglichten die ersten Häuser dieser Siedlung.
Eigene Volksschule für Raestrup
1904 – 1905
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt Raestrup eine eigene Volksschule. 1904 begann der Bau; Landwirt Johann Renfert stellte das Grundstück zur Verfügung. Die Schule wurde 1905 eröffnet und blieb bis 1970 in Betrieb. Heute ist dort die Jugendhilfe Raestrup e.V. untergebracht.
Gründung der Schützengilde Raestrup
1931
Im Jahr 1931 wurde die "Schützengilde Raestrup" gegründet. Von Anfang an war die Familie Schlieper mit der Schützengilde verbunden. Nach 1933 nahmen die Nationalsozialisten Einfluss auf das Vereinsleben. Im Jahre 1939 fand das vorläufig letzte Schützenfest statt.
Erste Kapelle: "St. Sebastian in der Wiese"
12. August 1945
In der kriegsbedingten Notsituation erhielt Raestrup 1944 Erlaubnis, auf Hof Rusche die Eucharistie zu feiern. Unmittelbar nach Kriegsende wurde mit Unterstützung der britischen Armee eine Baracke als erste "Notkapelle" im Bistum Münster errichtet. Am 12. August 1945 wurde die Kapelle "St. Sebastian in der Wiese" eingeweiht.
Schützengilde wieder aktiv
1949
Auf Anordnung der britischen Militärregierung durfte 1945–1947 kein Schützenfest gefeiert werden. Im Jahr 1949 nahm die Wiederbelebung der Schützengilde ihren Anfang. Besonderer Dank galt dem "Vorkriegs-Majestät" von 1939, Gerhard Vogt.
Gründung des Raestruper Kirchenchors
1957
Im Jahr 1957 nahm der Kapellenbauverein seine Arbeit wieder auf. Im selben Jahr gründete sich der Raestruper Kirchenchor, der bis heute an besonderen Festtagen und zu besonderen Anlässen auftritt.
Grundsteinlegung der Kraftfahrerkapelle St. Christophorus
10. Dezember 1961
Ende 1960 erteilten die zivilen und kirchlichen Stellen die Baugenehmigung. Am 10. Dezember 1961, dem zweiten Adventssonntag, wurde der Grundstein für die Kraftfahrerkapelle gelegt, die den Opfern des Straßenverkehrs gewidmet ist.
Einweihung der Kapelle St. Christophorus
8. Dez. 1963 / 10. Mai 1964
Am 8. Dezember 1963 wurde die Turmkapelle eingesegnet und als Gedenkstätte für die Opfer des Straßenverkehrs der Öffentlichkeit übergeben. Die feierliche Einweihung erfolgte am 10. Mai 1964. Entworfen wurde sie nach Plänen des Architekten Eberhard Kleffner.
Eingemeindung in die Stadt Telgte
1968 / 1975
1968 wurde die selbstständige Gemeinde Kirchspiel Telgte in die Stadt Telgte eingemeindet. Seit der kommunalen Neuordnung von 1975 gehört Telgte zum Kreis Warendorf (zuvor: Kreis Münster).
75 Jahre Schützengilde Raestrup
2006
Im Jahr 2006 feierte die Schützengilde ihr 75-jähriges Bestehen. Das Jubiläum fand großen Anklang bei einer Vielzahl von Gastvereinen aus dem Umland.
50 Jahre Kapelle St. Christophorus
25. Mai 2014
Am 25. Mai 2014 begingen die Raestruper und Telgter gemeinsam mit dem Münsteraner Bischof Dr. Felix Genn das 50-jährige Bestehen der Kapelle.
Gründung des Raestruper Gemeindehaus e.V. (RGH)
2015
Bis zur Gründung des RGH im Jahr 2015 war Raestrup in der lokalen Politik kaum wahrnehmbar. Mit dem Engagement des Vereins änderte sich das grundlegend: Raestrup steht seitdem im regelmäßigen Austausch mit Rat und Verwaltung der Stadt Telgte.
Dorfinnentwicklungskonzept für Raestrup
2016 / 2017
Das Dorfinnentwicklungskonzept entstand 2016/2017 mit Projektansätzen wie "Raestrup mit Highspeed in die Zukunft" (Glasfaser-Netz), "Erweiterung der Wasserversorgung" und dem Bau eines "Multifunktionalen Dorfgemeinschaftshauses".
Gründung der Damengarde Raestrup
2022
2022 wurde die Damengarde Raestrup gegründet. 15 Frauen aus Raestrup sowie dem engeren Umkreis bildeten den Anfang. Seitdem ist die Zahl der Damen der Garde stetig gewachsen.
Schäden an der Kapelle – vorläufige Schließung
November 2023
Bei der Installation einer neuen Beleuchtung wurden im Advent 2023 schwerwiegende Schäden an der hölzernen Dachkonstruktion der Kapelle St. Christophorus festgestellt – Einsturzgefahr. Seitdem feiern die Raestruper ihre Gottesdienste im "Exil" in der Krankenhauskirche des St.-Rochus-Hospitals in Telgte.
Grundsteinlegung des Gemeindehauses
30. Juni 2024
Ganz Raestrup feierte mit Gästen aus Politik, der Stadtverwaltung und der beteiligten Förderinstitutionen ausgiebig die Einzementierung der Zeitkapsel im Fundament durch den ältesten Raestruper Bürger, Heinrich Brokamp.
Erstes Schützenfest auf dem neuen RGH-Gelände
Christi Himmelfahrt 2025
Nach Auslaufen des Pachtvertrages der Schützenhalle (ehemalige Notkapelle) feierte die Schützengilde an Christi Himmelfahrt 2025 ihr Schützenfest erstmals auf dem Grundstück des neuen RGH-Gemeindehauses.
Einweihung des neuen Gemeindehauses
19. April 2026
Tatsächlich war das Haus bereits zum Sommer 2025 vollständig fertig. Doch die Bauabnah-me erfolgte erst gegen Jahresende. Deshalb legte der RGH die Hauseinweihung mit Dank-gottesdienst, mit Ansprachen und der Haussegnung auf das Frühjahr 2026 fest. Zahlreiche Besucher feierten den ganzen Tag die offizielle Hauseröffnung. Das Gemeindehaus steht insbesondere auch der benachbarten St. Christophorus Kapellengemeinde und der Raestru-per Schützengilde für deren Belange zur Verfügung.